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Linus und Mahmud sind das Tandem des Monats Oktober 2020

Seit 2011 gibt es das 1:1-Mentoringprogramm von kein Abseits! e. V. Jedes Jahr starten insgesamt drei Durchgänge mit ausgewählten, vorbereiteten und durchgehend betreuten ehrenamtlichen Mentorinnen und Mentoren, die Kinder im Alter von 8-18 Jahren – überwiegend jedoch im Grundschulalter – mindestens über acht Monate hinweg begleiten. In Berlin-Lichtenberg baut der Verein einen zweiten Standort auf. Eines der ersten Tandems dort sind Linus (25) und Mahmud (13). Hier gibt das Tandem Auskunft über seine Erfahrungen.


Seit wann besteht die Patenschaft?
Wir treffen uns seit der Vermittlung durch kein Abseits! e. V. im Juli dieses Jahres.

Wie habt Ihr euch kennengelernt?
Kein Abseits! hat uns miteinander gematcht, d. h. auf Grundlage unserer Interessen und Wünsche an die Zeit als Tandem zusammengebracht. Kennengelernt haben wir uns bei dem Startfest, das den Beginn der Mentoring-Beziehung bildet, in der Unterkunft für Geflüchtete in Lichtenberg, in der Mahmud mit seiner Familie wohnt. Für das erste Kennenlernen wurden zuerst einige Frage- und Antwortspiele gespielt. Dann haben wir noch mit Mahmuds Eltern gesprochen und später mit Mahmuds Papa und seinen kleinen Brüdern eine Runde Fußball gespielt.

Was macht Ihr während der Treffen?
In der Regel treffen wir uns in der Nähe von Mahmuds Schule oder Wohnung. Schon mehrmals waren wir in Jugendclubs, um Tischtennis oder Pool zu spielen. Hin und wieder gehen wir danach noch zusammen einen Döner essen. Wir waren auch einmal im Computerspiele-Museum, welches ganz in der Nähe der neuen Wohnung von Mahmuds Familie liegt oder wir haben uns auch einfach im Park getroffen, um ein bisschen Boxen zu üben. Außerdem waren wir vor ein paar Wochen in einem Freibad. Am Ende schreiben wir immer eine kurze Zusammenfassung des Nachmittags in unser gemeinsames Tagebuch.

Wie oft trefft Ihr euch?
Alle ein bis zwei Wochen für mehrere Stunden bzw. einen Nachmittag.

Was ist das Ziel der Patenschaft?
Primär haben wir einfach Lust, uns auszutauschen. Mahmud möchte außerdem gern Englisch lernen und die Fähigkeit erlangen, sich besser konzentrieren zu können. Darüber hinaus ist uns wichtig, dass wir uns so gut es geht auf Mahmuds Übergang im nächsten Jahr von der sogenannten „Willkommensklasse“ in die reguläre siebte Klasse vorbereiten.

Warum wolltet Ihr eine Patenschaft eingehen?
Wir wollten beide einmal etwas mit jemandem zu tun haben, mit dem man normalerweise nur wenige Überschneidungspunkte hat. So kann man über seinen eigenen Tellerrand hinausblicken und eine ganz andere Perspektive auf das Leben in Berlin kennenlernen.

Was macht Spaß an den gemeinsamen Unternehmungen?
Das gemeinsame Auspowern (z. B. beim Boxen oder Tischtennis) macht uns besonders Spaß.

Was lernt man voneinander?
Die Fähigkeit, sich auszutauschen, auch wenn sprachliche Hürden bestehen. Manchmal benutze ich (Linus) Worte, die Mahmud nicht versteht, und lerne dabei, wie schwierig es sein kann, gewisse Dinge auszudrücken, ohne komplizierte Worte zu benutzen. Wir sind allerdings schon deutlich besser darin geworden, festzustellen, wenn es passiert, und dann zu klären, was die Worte eigentlich bedeuten und wie man sie einsetzt. Und Mahmud lernt regelmäßig neue Wörter auf Deutsch und auf Englisch.

Welche Herausforderungen habt Ihr gemeistert?
Bisher noch nicht allzu viele. Aber wie immer, wenn man jemand Neues kennenlernt, mussten wir uns am Anfang ein wenig aufeinander einstellen.

Was war das bisherige Highlight in der Patenschaft?
Definitiv das gemeinsame Boxtraining, welches wir bald wiederholen werden.

Wie reagiert das Umfeld auf die Patenschaft?
Mahmuds Familie reagiert positiv, da es laut Mahmud weniger Stress zu Hause gibt, wenn Mahmud mit mir unterwegs ist.

Wie findet eine Verständigung über Ziele und Wünsche statt?
Beim Tagebuchschreiben und beim Döner oder Eis essen.

Müssen die Erwartungen an die Tandemzeit ggf. angepasst werden?
Klar. Wir sind beide offen dafür, unsere Erwartungen aneinander anzupassen und zu kommunizieren, wenn eine solche Anpassung stattgefunden hat.

kein Abseits! e. V. baut in Berlin-Lichtenberg nach Berlin-Reinickendorf, wo der Verein schon seit 2011 aktiv ist, seit Jahresbeginn seinen zweiten Standort auf. Wie ist es, Teilnehmende eines Pilotprojekts zu sein?

Bisher hat sich alles recht vertraut angefühlt. Dass wir ein Tandem der Pilotphase sind, ist uns bisher nicht aufgefallen.

 

Steckbrief

Projektname
kein Abseits!-Mentoringprogramm

Ort
Berlin

Gründung
2011

Träger
kein Abseits! e. V.

Kontaktdaten
Fehmarner Str. 12
13353 Berlin

E-Mail: info(at)kein-abseits.de

Zur Internetseite

Schwerpunkte
Freizeit-Mentoring
Interessen- und Potentialenentfaltung von Kindern
Begegnungen zwischen Menschen aus verschiedenen Lebenswelten

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hauptamtlich
3

Anzahl der Mentorinnen und Mentoren
80 (2020)